Die Sanierung des Kirchplatzes in Jever 2005 - 2008

Bildergalerie 2. Bauabschnitt Okt. 2006 - Jan. 2007

Dieser Bauabschnitt reichte von der Einmündung der Kleinen Rosmarinstraße bis zum Rathaus und dort bis zum Weinhausgang. Gleichzeitig wurde auch die Flamenstraat erneuert.

Das Freilegen des Straßenbereiches brachte einen stark mit Abfall und einer schwarzen Schmiere durchsetzten langen Streifen mit einem Querschnitt von ca.   1 x 1 Meter  zum Vorschein. Neben wenigen menschlichen Knochen waren hier große Mengen von zertrümmerten Tierknochen, Backsteinschutt sowie Scherben zu finden. Dazwischen auch einzelne große Findlinge.
Trotz dieses weichen Untergrundes hat diese Straße jahrhundertelang gehalten. Die Tragschicht der bisherigen Klinkerstraße beträgt nur wenige Zentimeter, dann kommt bereits der mittelalterliche Mischboden.
Interessant wäre der Vergleich dieses Abfallbereichs mit dem durch frühere Archäologen festgestellten Wallgrabens um den frühmittelalterlichen  Friedhofsbereich.
Der "Abfallbereich" in einer ansonsten mit grauem Klei aufgefüllten Umgebung.
Der gesamte Aushub wurde in Gräben auf landwirtschaftlichen Flächen bei Nadorst verklappt. Dort wurden einige wichtige Funde gemacht (Brosche, Knochen-Kämme, Scherben, Münzen..).
 
Zwischen Straße und beginnendem Rasen wurden schon früher beim Verlegen von Leitungen große Findlinge ausgegraben. Hier gleich nördlich des jetzigen Pütt-Standortes drei davon. Offensichtlich war einmal der engere Kirchplatz von diesen großen Steinen umgeben, die später beim Auffüllen des Platzes im Untergrund verschwanden. Im Vordergrund eine Stromleitung. Wenige Meter rechts von hier wurden Planken eines Holzbrunnens ausgegraben.
Unmittelbar vor dem Rathaus häuften sich die Findlinge. Die vielen Leitungen konnten dort nur flach eingegraben werden. Die größeren Brocken aus dem Straßenbereich wurden entfernt, die unmittelbar am und teils unter das Fundament des Rathauses reichenden Findlinge blieben vor Ort (auch im Gewölbekeller des Rathaus ist solch ein Findling sichtbar).
Der größte Findling soll 3,5 Tonnen Gewicht haben - da versagten sogar die bei den Bauarbeiten eingesetzten Maschinen.
Die Findlinge wurden auf dem Baubetriebshof der Stadt gesammelt. Insgesamt kamen davon über ein Dutzend zusammen.
Der mit klosterformatigen Backsteinen gemauerte Brunnenschacht der Rathauspütt kommt zum Vorschein, mitten im geplanten Straßenbereich. Der Schacht ist verfüllt (Die unter Denkmalschutz stehende Pütt - offensichtlich nur der Aufbau... - ist nur noch eine nichtfunktionierende Attrappe). Ob dieser Brunnen schon früher erforscht wurde, ist so eindeutig wie behauptet nicht bekannt.
Der "Fund" an einem Markt-Freitag (5.1.07) war "öffentlich" und entzündete kurzzeitig eine (Strohfeuer-)Diskussion über den Denkmalschutz in der Stadt.
Der "Neue Markt", seit der Befestigung der Stadt zu Marias Zeiten in der Innenstadt, reichte von  nördlich der Kirche, an der Kl. Rosmarinstraße vorbei bis hin zum Rathaus.  Den Abschluss bildete dieser Platz davor mit dem Brunnen.
Offensichtlich wurde ein Zusammenhang zwischen Brunnen und Friedhof (Leichenwasser etc.) bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts nicht gesehen. Der Brunnen war noch um 1920 in Betrieb (wie auch die Kirch- und Wangerpütt).
Am Dienstagmorgen nach dem Fund war alles gelaufen:
 Betonplatte drauf, Thema abgeschlossen.
Bloß keine Zweifel an der Planung haben, nicht flexibel sein.
Der Platz kurz vor der Fertigstellung . Man erkennt, dass der Fußweg zur Kirche  auf die andere Seite der "Ratslinde" verlegt wird - mitten durch die dortigen  Gräber (sogar mit einem sehr tief liegenden Regenwasserkanal). Der Brunnenschacht befindet sich unterhalb der Schaufel...